OOH Podcast

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00:00:09:

00:00:10: Warum zu einer neuen Folge unseres Auto-Form-Podcasts?

00:00:13: Heute geht es um Marketing-Thesen, die nicht gefallen wollen, sondern die Orientierung geben.

00:00:17: Mein Gast ist Christian Bache, Managing Partner von Markendienst und er veröffentlicht jedes Jahr zum Jahresanfang wirklich pointierte Thesen zur Entwicklung von Marketing und Media.

00:00:27: Und die für den Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die Jahr für die bei Prognosen aller Medienagenturen

00:00:47: einer der Wachstumstreiber des Marktes in diesem Jahr sein wird.

00:00:49: Christian, schön, dass du bei uns bist.

00:00:50: Danke, dass ich noch mal bei euch sein darf.

00:00:52: Das ist nett.

00:00:53: Danke.

00:00:54: Und noch mal ist ein guter Stichpunkt, denn wir haben anderen letzten Jahres deine Thesen besprochen, die von zwanzig, fünfundzwanzig in mal Hand aufs Herz, welche aus den letzten Jahren wurden am meisten geleicht.

00:01:06: Du bist ja viel auf LinkedIn unterwegs, aber am wenigsten umgesetzt.

00:01:12: Auch da gibt es sicherlich einige, bei denen sozusagen die Zustimmung und die Umsetzung sich deutlich spreizen.

00:01:19: Im vergangenen Jahr war es die These, die da lautete, dass KI-Agenten arbeitslos bleiben.

00:01:25: Was ich damit meinte, war, dass viel über KI-Agenten gesprochen werden wird, also im vergangenen Jahr.

00:01:31: Und dass aber sie eigentlich noch gar nicht zum Tragen kommen, weil sie noch nicht arbeitsfähig sind.

00:01:38: Ja, das wurde am meisten geleigt.

00:01:40: Und ich würde mal sagen, auch sozusagen am wenigsten umgesetzt, weil wirklich funktionierende KI-Agenten sind mir noch nicht begegnet.

00:01:47: Da ist viel Hype und wie sagt man so schön, auch noch viel Luft bei dem

00:01:51: Thema nach oben.

00:01:52: Wenn du auf deine These sind für twenty-fünf schaust, wo hat das Marketing schneller gelernt, als du gedacht hast?

00:02:00: Eine These lautete, dass redaktionelle Umfelder eine Renaissance erleben, ist nicht so eingetreten, wie ich mir das... bedacht oder vielleicht auch erhofft hatte, nämlich dass dort tatsächlich auch wieder mehr Mediageld hineinfließt.

00:02:13: Aber die Diskussion, um das sogenannte Open Web und wie das Open Web gestärkt werden kann und wie redaktionelle Unabhängigkeit gerade auch mit Blick auf die World Gardens gestärkt werden kann, das war auf jeden Fall ein Thema, was stark im Vogelstand letztes Jahr, da war Marketing vielleicht ein Tick schneller, fast noch als ich dachte.

00:02:35: Kommt wir zu dem Jahr zu den Ersten Tese, sprichst du von Attention Fracking.

00:02:40: Ist es wirklich ein neues Phänomen oder ist es ein neues Wort für alte Gier nach Aufmerksamkeit?

00:02:47: Man könnte sagen sowohl als auch das Phänomen als solch.

00:02:51: Es ist vielleicht nicht neu.

00:02:53: Die Dimensionen ist aber aus meiner Sicht neu, weil letztendlich was wir sehen ist und das meint ich mit Attention Fracking, dass im Grunde Vormals vielleicht auch positiv gedachte Ansätze wie Gamification oder Nudging, also dieses Anschlupsen von Menschen, um sie in irgendeiner Form zu bewegen, dass das massiv algorithmisch ausgesteuert, ausgenutzt wird und häufig in Form von Bewegbild.

00:03:16: Und da geht es letztendlich immer darum, die Aufmerksamkeit abzuschöpfen, zu gewinnen.

00:03:20: und ja, fracking den... Begriff hat jemand mal ganz bewusst gewählt.

00:03:24: Er erinnert natürlich an das, was wir in der Ölgewinnung tun.

00:03:28: Wir wirklich tief reingehen.

00:03:30: Und wenn man sich vorstellt, man hat so ein Bohrturm auf dem Kopf und der Bohrt einen dauernden Zürn um Aufmerksamkeit zu gewinnen, ist vielleicht ein bisschen unangenehm.

00:03:37: Jetzt ist es sicher so, dass in dieser heutigen... Welt, die stark durch soziale Medien und durch irgendwelche Bubbles usw.

00:03:45: auch dominiert wird.

00:03:46: Wenn Aufmerksamkeit also immer weiterfragmentiert wird, müssen Marke eigentlich lauter werden oder müssen die intelligenter werden, um mit dieser neuen Medienwelt durchzudringen?

00:03:56: Naja, das müssen letztendlich diejenigen entscheiden, die die Marken führen.

00:03:59: Manche entscheiden sich tatsächlich für Lautstärke.

00:04:02: Kennt man ja vielleicht auch so ein bisschen aus der Radio.

00:04:08: Andere versuchen sich tatsächlich stärker für Intelligenz zu entscheiden.

00:04:12: Ich denke, der letzte Weg ist der bessere, aber das ist wie gesagt eine individuelle Entscheidung.

00:04:17: Bezogen auf Autofoam kann denn Außenwerbung in der Welt des Attention Fracking Teil der Lösung sein, weil ja in öffentlichen Raum Aufmerksamkeit nicht zerlegt, sondern gebündelt wird und auch Reichweiter

00:04:28: hält.

00:04:31: Bündelung bin ich mir jetzt gar nicht so sicher.

00:04:32: Auf jeden Fall kann ich mehr Out of Home, wenn es jetzt nicht Digital Out of Home ist, sondern vielleicht eher so statische Großflächen oder CLPs kann ich mir als Ruhe holen.

00:04:42: mal nicht laut um meine Aufmerksamkeit getrommelt wird, sondern wo ich selber mit den Augen verweilen kann, solange ich mag, ohne dass ich gestört werde.

00:04:52: Es gibt natürlich auch im Out-of-Home-Bereich Attention Fracking Ansätze, denken wir nur an den Times Square, der ist natürlich unik, den gibt es nicht so häufig, aber da steht man natürlich vor einem massiven Aufmerksamkeits Fracking Overkill sozusagen, aber wie gesagt, das ist eine Ausnahmesituation.

00:05:08: Ich finde es super spannend, was du gerade über Plakat gesagt hast.

00:05:11: Das heißt, Audiform kann dann gegen Gewicht zum digitalen Dauerrauschen sein, weil es eben sozusagen etwas ist, weil es statisch, aber damit eine Konstante hat, was Marken angeht.

00:05:21: Ja, definitiv.

00:05:23: Auch eine Konstante im Sinne von, dass es über mehrere Kontakte unverändert wiederkehrt, was ja auch ein Vorteil sein kann, wenn es kreativ gut umgesetzt ist auf alle Fälle.

00:05:36: Und ich glaube tatsächlich, diese Idee des Ruhepults, die darf man gar nicht unterschätzen, in einer so hektischen Umgebung, in denen Plakate ja nun auch rauflich stehen.

00:05:44: Da ist ja auch die Umgebung häufig in Bewegung.

00:05:46: Da hat man durchaus so ein Ruhepol.

00:05:47: Weil

00:05:48: der zweite These ist, da redest du über KI und sagst, sie wird im Werbemark nach unten erweitern, weil jeder in der Lage ist, Werbung automatisiert zu schalten.

00:05:57: Ganz provokant gefragt heißt es, Marketing wird künftig demokratischer oder wird vielleicht schlechter, weil jeder in der Lage ist, irgendwas zu kommunizieren.

00:06:07: Ja, jetzt muss man erstmal vielleicht klären, was ich mit jeder meine.

00:06:09: Letztendlich meine ich da diese Aussage von Marc Zuckerberg, der sagte, demnächst muss man einfach nur noch einen Packshot oder eine Produktabbildung an Meta rüberreichen, eine Kreditkartennummer übergeben und vielleicht eine Zielsetzung formulieren, dann restlich macht die KI.

00:06:26: Und ich denke, das ist tatsächlich interessant zukünftig für Unternehmen oder Kleinstunternehmen, die heute vielleicht noch gar nicht werblich aktiv sind.

00:06:35: Denken wir an Handwerker oder ähnliches.

00:06:39: So gesehen die Markterweiterung da unten.

00:06:41: wird Marketing dadurch demokratischer, wird schlechter, ich würde sagen sowohl als auch.

00:06:46: Ich erinnere mich da gerne oder ungern an Desktop Publishing, was ja auch so eine Demokratisierungswelle war.

00:06:52: Jeder konnte jetzt schön irgendwie seine eigenen Urlaubsquadsch, ja Urlaubsbilder auch, aber vielleicht kurz das Einladung gestalten mit dem Ergebnis, dass dann irgendwie Siebzehn Typefonds auf einer Dienerviersite waren sehr furchtbar aus, hat sich dann noch irgendwann wieder gelegt, aber es war ein Akta-Demokratisierung, der nicht mit einer Erhöhung der Qualität einhergegenwürdig war, überhaupt.

00:07:15: Wenn man jetzt mal die Agenturin anguckt, deren Geschäftsmodell beruht ja ganz stark auf dem Thema Komplexität.

00:07:21: Durch KI wird es reduziert.

00:07:24: Was heißt denn es eigentlich für so eine Media-Agentur?

00:07:26: Heißt es, sie werden immer weniger relevant, werden immer weniger wichtig, können immer weniger sozusagen ihre Stakeholder oder Gatekeeper-Rolle behaupten in so einem Markt?

00:07:37: Ach, da bin ich unsicher.

00:07:38: Also auch heute ist es ja schon so, dass man sich manchmal fragt, wo eigentlich die Kernleistung bestimmter Media-Agenturen oder bestimmter Tätigkeiten in Media-Agenturen liegt.

00:07:45: Also auch dort in Media-Agenturen.

00:07:47: und werden ja zum Teil nur Buchungssysteme von Meta, Google und Co.

00:07:52: befüllt oder bedient.

00:07:54: Das könnten im Zweifel auch Kunden selber tun, machen es zum Teil auch.

00:07:58: Ich denke, dass die Medienagenturen, auch wenn sie momentan unter massiven Druck sind, Konsolidierungsdruck

00:08:03: etc.,

00:08:04: dass sie da durchaus anpassungsfähig sind.

00:08:06: Aber traue mir jetzt keine konkrete Prognose an der Stelle zu.

00:08:11: Du hast gerade eben was gesagt, was ich ganz spannend fand.

00:08:13: Da gibt es um die kleinen Unternehmen, die in der Lage sind.

00:08:17: Werbung zu buchen und das betrifft ja auch dann in diesem Prozess digitale Außenwerbung, wo man einfach irgendwas hochladen könnte, rein theoretisch dann über Programmatik einbuchen kann.

00:08:28: Was passiert denn aus deiner Sicht, wenn kleine Unternehmen per KI automatisiert digital im öffentlichen Raum präsent sein können?

00:08:38: Da habe ich Zweifel, ob das überhaupt jetzt... in absehbarer Zeit passieren wird, weil wir haben es ja da letztendlich mit einem anderen, wie sagt man es neu Deutsch, so schön Ökosystem zu tun.

00:08:48: Sprich, während, wenn ich auf Metta unterwegs bin, nur Teilzielgruppen das sehen, was dort werblich platziert wird, stehe ich hier im öffentlichen Raum und da wollen es wahrscheinlich auch die Anbieter dieser Werbeflächen oder die Vermarkte der Werbeflächen nicht das Kretion-Pletium zu formulieren, plötzlich diese Flächen kapert und für alle sichtbar minderwertige Werbung oder vielleicht sogar betrügerische Themen oder sowas da auftauchen.

00:09:17: Also ich halte das für tatsächlich an der Stelle anderes Ökosystem.

00:09:21: Also da wäre technisch einiges möglich.

00:09:23: Ich denke aber, dass es so nicht passieren und umgesetzt werden wird.

00:09:27: Und das liegt dir auch daran, glaube ich, das öffentliche Raum noch mal eine ganz andere Ernsthaftigkeit erzeugt.

00:09:32: Wenn ich in Kapanien öffentlich Raum mache, bin ich sichtbar, für viele sichtbar und ich kann mich als Mark auch nicht mehr verstecken vor irgendwas, sondern irgendwelchen Bubbles agieren.

00:09:40: Ich bin eben dann sozusagen reichweiten Staat für alle präsent, die eben da vorbeimarschieren.

00:09:46: Deine dritte These ist, dass du prognostiziertes KI-Agenten programmatische Medienbuchungen autonom übernehmen können.

00:09:52: Also autonom finde ich ja super spannend.

00:09:55: Die Frage ist, ist der Werbemark bereit für sowas?

00:09:57: Das, was automatisiert sozusagen irgendwo durchgefädelt wird?

00:10:03: Ja, ich denke, das ist fast eine Verlängerung dieser These, die wir eingangs besprochen haben, wo es um die KI-Agenten im Jahr durchaus häufiger über agentische Medienplanung gesprochen und die Frage, ob der Werbemarkt dafür bereit ist, aus meiner Sicht nicht, warum, weil nach meinem Verständnis oder aus meiner Perspektive da eigentlich eher der Teufel mit dem Pelzebub ausgetrieben wird, sprich, wenn ich einen hochkomplexen, programmatischen digitalen Werbemarkt habe und ich setze da Agenten darauf ein, da entstehen eigentlich mehr Fragen als Antworten.

00:10:38: Programmatische?

00:10:39: Buchung ist sogar wie ein super Stichwort.

00:10:41: Auch im Hinblick auf Außenwerbung haben.

00:10:43: ja das größte Wachstumsfeld derzeit in dem Segment ist die programmatische digitale Außenwerbung.

00:10:49: Ist denn Out of Form besonders geeignet für agentenbasierte Buchungen, weil man über Daten, Ort, Zeit und Situation von Zielgruppen definieren kann und sagen kann, dann buche ich jetzt mal automatisiert ein Spot?

00:11:02: Da würde ich jetzt noch keinen Agenten sehen.

00:11:04: Das wäre für mich eher eine regelbasierte Auslieferung.

00:11:09: so gesehen eine programmatische oder algorithmische, wo ich entlang bestimmter Parameter, was ich heute schon kann, Entscheidungen treffe, aber da brauche ich letztendlich keine Agenten für, weil das ist wirklich regelbasiert.

00:11:21: Du beschreibst in der vierten These sogenannte Slop-Machines, mit den Marken, wie Realität erzeugen wollen.

00:11:27: Das musst du mir mal erklären.

00:11:29: Ja, das ist vielleicht gar nicht so leicht zu erklären, ich versuch's mal.

00:11:32: Also was wir ja sehen, wo bestimmte Limitationen sind bei generativer KI, ist das Promting.

00:11:39: Das heißt... gehen nachdem wie gut ich darin bin, der KI eine Aufgabe zu stellen, auch in der Ausformulierung dieser Aufgabe, desto besser wird das Ergebnis werden.

00:11:50: Und somit haben wir eine Einschränkung, was die Massentauklichkeit von bestimmten generativen KI-Ansätzen angeht.

00:11:56: Und meine Idee dahinter ist, dass Marken jetzt da hingehen und sogenannte AI-Rapper bauen.

00:12:02: Das heißt, das ist im Grunde eine Schicht um einen solchen Chatboard.

00:12:07: die es ermöglichen, dass man dann quasi geleitet und gezielt und auch eingeschränkt bestimmte Dinge damit tun kann, sehr spielerisch.

00:12:17: Das haben wir im vergangenen Jahr schon gesehen, gerade auf LinkedIn machte, dass auch die Runde, da gab es so die Möglichkeit, dass ich mit einem kurzen Prompt mir eine Actionfigur von mir selber basteln konnte, schön in der Verpackung.

00:12:29: Oder ein anderer, da wurde das Link im Profil zusammen eine Karrierefahrt ausgemalt in unterschiedlichen Stilen.

00:12:37: War sehr spielerisch, sehr schön.

00:12:39: Das war aber von Einzelpersonen und ich denke mir, dass das etwas sein könnte, was Marken sozusagen demnächst anbieten in ihrem Kontext für ihre Zielgruppen.

00:12:48: Und Slop-Maschines, ja, weil ich im Grunde wie so ein bisschen in unserem einerabigen Banditen dort Gedanken reinwärfe und dann kommt irgendwas unten raus, was nicht hochwertig ist, was Spaß macht, aber was jetzt auch nicht die Welt bereichert.

00:13:03: Das ist also die Idee dieser Slop-Maschines.

00:13:05: Wann, weil diese Figuren, das du ansprichst, mal tatsächlich eine Weile?

00:13:09: bei LinkedIn-Hyperpräsenz sozusagen.

00:13:12: Aber jetzt mal eine Frage, das ist doch eigentlich eine Bankrottankklärung des Marketing, was Kreativität angeht, oder?

00:13:19: Auch weiß ich nicht.

00:13:21: Ich finde, das kann gewissen Nutzen stiften, weil auch Unterhaltung kann ja ein Nutzen sein.

00:13:29: Ja, wenn es vielleicht auch eskapistisch ist.

00:13:32: Als Bankrott-Erklärung würde ich das nicht bezeichnen, aber das wird wendern, wird das so eine Modeerscheinung sein, das wird nicht dauerhaft halten.

00:13:40: Die Marke wird dadurch zum Gimmick, oder?

00:13:43: Ja, durchaus.

00:13:44: Also sie wird spielerisch angereichert.

00:13:46: Und natürlich, wenn man das nicht entlang der Markenpositionierung oder fernab des Markenkerns macht, dann macht man Fehler.

00:13:53: Aber ich kann mir schon vorstellen, dass einzelne Marken das ganz intelligente spielen könnten.

00:13:59: Wenn man jetzt mal den öffentlichen Raum guckt, wir reden ja gerade über so etwas wie Aktivierung über Gimmicks.

00:14:06: Im öffentlichen Raum ist sowas ja kaum möglich, weil da kommt wieder die Ernsthaftigkeit, die wir besprochen haben, droht, wenn man so eine Gamification irgendwie nach draußen tragen würde, eine kulturelle Beliebigkeit, oder glaubst du, das wird sowieso nicht stattfinden, weil es einfach viel zu stark auf die sozialen Medien fokussiert ist, sowas und aufs Teilen und Scheren und Leiken und sowas.

00:14:26: Ah, Gamification im öffentlichen Raum, da denke ich eigentlich eher an Hütchenspiele in der Früchte.

00:14:34: mit all den Konsequenzen.

00:14:36: Nein, da habe ich jetzt tatsächlich keine Idee, wie das gelingen könnte oder positiv funktionieren könnte.

00:14:43: Auch da kann ich mir vorstellen, dass der öffentliche Raum frei bleibt von bestimmten, vielleicht auch negativen oder nicht so wünschenswerten Trends, die wir, attention tracking via eins, die wir vielleicht in Social Media sehen.

00:14:56: Also auch da vielleicht eher so ein Ruheraum, wenn man es mal so bezeichnen.

00:15:00: Der fünfte These mag ich besonders, da sagst du, Fraud Detection wird Pflicht, Fraud Prevention wird die Kühe.

00:15:07: Extrem wichtig und ich frage mich immer, warum Marketing so lange gebraucht hat, um dieses Thema wirklich ernst zu nehmen.

00:15:15: Tja, tatsächlich wurde Ad Fraud in Deutschland lange totgeschwiegen.

00:15:21: Es wurde immer mit den Fingern auf anderen Märkte, insbesondere USA, gezeigt und wieder behauptet, in Deutschland ist das nicht so ein großes Thema.

00:15:29: Und man könnte das vielleicht so ein bisschen als Schweigekartell bezeichnen, weil es gab eigentlich wenige, die Interesse daran hatten, sich diesem Thema wirklich mal faktenbasiert zu nähern und vielleicht auch in die Untiefen reinzugehen und das da aufzudecken, was da alles passiert.

00:15:45: Weil es ja blöd, wenn ich Medienentscheider bin von einem Werbung treibenden und mir dann sagen lassen muss, ja, x prozent dessen, was du da investiert hast, ist in die falschen Hände gegangen, weil Betrug.

00:15:57: Gleichzeitig ist es blöd, wenn ich vielleicht als Ad-Verification-Provider diese Informationen liefe, aber dann keine Lösung anbieten kann, wie man diesen Ad-Fort verhindern kann.

00:16:06: Also, so gesehen vielleicht eine Art Schweigekartell, nicht zuletzt auch deshalb, weil mir bisher noch keine Auditoren über den Weg gelaufen sind, die das Thema aktiv vorantreiben.

00:16:17: Das ist ja auch ein Faktor, dass natürlich ein Mediaverantwortlicher sich auditieren lässt.

00:16:21: Und wenn auch die Auditoren sagen, ja, sieht alles gut aus, dann gibt es ja wenig Anlass, da wirklich einzuschreiten.

00:16:28: Ich finde es deshalb spannend, weil damit ist da eine These ja, das ist nicht nur ein technisches Problem,

00:16:33: dann

00:16:33: hat Ford ist auch ein kulturelles Problem.

00:16:35: Also ein kulturelles Problem unter uns Werbeschaffenden und Werbentreibenden und Kunden, oder?

00:16:41: Definitiv.

00:16:42: Und diese Art von kulturellen Problemen, davon haben wir mehrere.

00:16:45: Also, auch das ganze Thema Wirkung und Wirkungsnachweise wird ja immer wieder gefordert.

00:16:52: Jetzt zuletzt von den OVM-Mitgliedern waren es, die sagten, die Problematik der Wirkungsnachweise oder die Schwierigkeit der Wirkungsnachweise ist ihr größtes Anliegen oder ihre größte... größtes Thema.

00:17:06: Gleichzeitig, wenn man individuell mit vielen spricht, dann ist das Thema plötzlich nicht mehr so wichtig.

00:17:11: Warum?

00:17:12: Weil auch damit kann man wenig punkten.

00:17:17: Wenn ich einen Wirkungsnachweis mal umsetze für meine Kampagne und dann feststelle, sie war gar nicht so wirkungsvoll, wie sie sich das alle dachten oder wie ich es vielleicht auch vorher angekündigt habe, stehe ich nicht gerade gut da, ist also ein psychologisch-kulturelles Problem definitiv.

00:17:33: Das sind wir vielleicht bei der sechsten These, weil du sagst, dieses Jahr brauchen wir definitiv einen Comeback der nachgewiesenen Werbewirkung.

00:17:39: Und ich erinnere mich, das Thema begleitet mich, solange ich mit Mediathe zu tun habe, weil es zu schwer messbar ist, weil sich viele Markenteilmörder, die du gerade geschrieben hast, auch davor drücken.

00:17:48: Ich habe so manchmal das Gefühl, dass das Thema Wirkung nie wirklich so ernst genommen wurde, es wurde viel darüber diskutiert.

00:17:55: Aber so richtig wissen, wie es funktioniert oder was ich für ein Impact habe, Wollten wir nicht viele gar nicht, oder?

00:18:05: Ja, genau.

00:18:06: Wie gerade angedeutet, weil es einen in eine schwierige Situation bringen kann als derjenige, der das Budget verantwortet.

00:18:13: Und wir haben eine paradoxe Situation.

00:18:16: Wir wissen sehr viel über grundlegende Wirkungszusammenhänge.

00:18:19: Es ist ja jetzt nicht so, dass das ein unerforschtes Thema ist.

00:18:22: Da wird seit über hundert Jahren dran geforscht.

00:18:24: Natürlich gibt es noch sozusagen Austastlücken.

00:18:26: Wir haben Schwierigkeiten.

00:18:29: Ja, netto Reichweiten zu ermitteln, die ein wichtiger Faktor sind für Wirkungsbetrachtung und auch noch andere Aspekte.

00:18:36: Ich glaube aber trotzdem, dass in diesem Jahr sich da was drehen könnte, weil natürlich wird weiterhin Überwirkungen gesprochen, aber tatsächlich, AdFord spielt damit rein.

00:18:48: Ich muss als Werbungtreibender zunehmend nachvollziehen, ob jetzt wirklich meine Kampagne gewirkt hat, weil ich ansonsten nicht sicher bin, wo das Mediageld, was ich investiere, hinläuft.

00:18:58: Und mal ganz simpel gesagt, in dem Moment, wo ich auf Wirkung fokussiere, Werbebetrug, Adfrot, kann keine Wirkung, keine nachgewiesene Wirkung erzielen.

00:19:08: Das heißt, also Wirkungsnachweise sind auch eine gewisse Art von Schutz vor Betrug.

00:19:15: Wenn man jetzt die Außenwerben anguckt, der öffentliche Raum, da ist natürlich Wirkung nicht so leicht nachzuweisen, vor allen Dingen nicht undirekten.

00:19:23: in direkter Nachweis, sozusagen Klang zu Methoden, wie die Kampagnen funktionieren.

00:19:28: Siehst du das in dem Kontext online Wirkungsnachweis oder Form Wirkungsnachweis?

00:19:37: Als eher positiv?

00:19:38: oder sagst du, da muss noch einige Hausaufgaben gemacht werden im öffentlichen Raum Wirkung wirklich nachzuweisen.

00:19:44: Es gibt ja gute Ansätze nachzuweisen im öffentlichen Raum.

00:19:49: Zum Teil ist es aber.

00:19:50: Sowohl in der Methodik als auch nachher in der Beweisführung aus meiner Sicht noch ein bisschen zu komplex.

00:19:57: Also es würde Out of Home auch gut anstehen, da nochmal neben konkreten Fallstudien, wo man Wirkung nachweist, vielleicht noch mal grundsätzlich zu gucken, ob man das nicht quasi vereinfachen kann oder plausibler und plastischer machen kann.

00:20:12: Aber das gilt im Grunde für jede Mediagattung, dass man da noch zulegt hat.

00:20:15: Absolut.

00:20:17: Bleiben wir noch mal ganz kurz bei der Außenwerbung, wenn wir jetzt überlegst, Werbewirkung über die einzelnen Kanäle hinweg.

00:20:24: Wird es mittelfroßlich dazu führen, dass Outofoam im Metamix strategischer eingesetzt wird, wenn man weiß, wie funktioniert es, wie wirkt es, wenn Leute draußen unterwegs sind, wie wirkt es, wenn sie gleichzeitig online unterwegs sind, wenn sie gleichzeitig bewegt, bildgucken.

00:20:37: Ist es so, dass du sagst, ja, da ist noch mal ein strategischer Abseit für die Gattung?

00:20:42: Ja, das ist eine ganz spannende Frage.

00:20:44: Auch das ist fast ein bisschen so ein Gremien- und Psychologisches Thema, weil natürlich die Gattung untereinander immer den Gedanken hegen, der ja auch erstmal plausibel ist.

00:20:54: Naja, ich versuche, ein gutes Stück von Kuchen zu bekommen und der Kuchen wird nicht größer, also kriegen die anderen weniger.

00:21:03: Wenn ich allerdings natürlich besser verstehe, auch durch Wirkungsnachweise, wie die einzelnen Gattungen ineinandergreifen in ihrer Mechanik, in ihrer Wirkung, dann gibt es natürlich gerade auch für Out of Home dann eine sehr starke Rolle, weil tatsächlich sozusagen die Verlängerung dessen, was in Social passiert oder an anderer Stelle im Digitalen passiert, in den öffentlichen Raum hinein erzeugt ja nochmal zusätzliche Wirkkapazitäten und Wirkmechanismen, die da getriggert werden.

00:21:33: Also gesehen, ja, kann ich mir vorstellen, dass das Out of Home davon profitiert, vielleicht aber auch andere Gattungen davon profitieren, wenn man da besser versteht, wie die Zusammenhänge sind.

00:21:44: Wunder, letzte These ist, dass du sagst, Medien werden Werbung stärker kuratieren, beziehungsweise Werbung wird stärker kuratiert werden.

00:21:53: Ist das ein Qualitätsversprechen aus deiner Sicht?

00:21:57: Ja, vielleicht ist es erst mal eine Eindämmung von minderer Qualität.

00:22:00: Wir haben darüber gesprochen, dass der Werbemarkt nach unten erweitert wird, was vielleicht nicht für eine Stärkung der Qualität sorgt.

00:22:06: Wir haben über AI-Slop gesprochen, was jetzt auch nicht mit Qualität konnotiert ist.

00:22:11: So gesagt, es ist vielleicht erst mal gut, wenn Medien versuchen, dort Grenzen zu ziehen und sagen, diese Art von Werbung kommt bei uns nicht rein.

00:22:21: Heute sehen wir leider häufig das Gegenteil.

00:22:23: Also denken wir nur an Werbung auch im redaktionellen Umfeld dann, wo wirklich Harnbüchende Dinge beworben werden, wo man sich fragt, okay, was hat das jetzt in diesem Qualitätsumfeld zu tun?

00:22:36: Also diese These ist vielleicht wirklich eher auch Wunschdenken, als dass ich Tatsächlich aus dem Inneren Herz, aus dem Innersten Glaube, dass sie umgesetzt werden kann, weil es gibt einfach nur wenige Medien heutzutage noch, die stark genug sind, um dann auch zu kuratieren und um wirklich zusammen lieber Werbung treibender diese Form von Werbung nehmen wir nicht oder dich als Marke nehmen wir nicht, weil passt einfach nicht.

00:22:59: Das gibt ein paar, die das können oder noch können, aber es sind leider nur wenige.

00:23:03: Das Spannende finde ich ja, wenn man im öffentlichen Raum sich anguckt, da ist ja Werbung logischerweise kuratiert, weil jede einzelne Standortjagd angeguckt wird, zumindest wenn man es professionell macht und sich überlegt, wer kommt da vorbei, was muss ich dem bieten, wie muss es aussehen, damit es für den auch relevant ist.

00:23:20: Und es geht ja auch immer um gesellschaftliche Akzeptanz dann.

00:23:23: Glaubst du, dass Auto Form künftig eher Bühne wird oder durch diese Lektionsmöglichkeiten Daten getrieben eher Filter wird, was Kommunikation angeht?

00:23:32: Also reden wir perspektivisch über den großen Auftritt mit Reichweite oder reden wir über kuratiertes Targeting an einzelnen Touchpons?

00:23:41: Ich kann mir da durchaus ein sowohl als auch vorstellen, je nachdem welches Format, welche Zielgruppe, welche Standorte da bespielt werden.

00:23:53: Definitiv ist aber genau das richtig, was du sagst, dass natürlich hier von vornherein kuratiert wird.

00:24:00: Ich mache ja nicht irgendwie ein Stream, einen unablässigen Strom von irgendwelchen... zufällig ausgewählten, unkontrollierbaren Werbeplätzen auf, die dann irgendwie über Digital Out-of-Home ausgespielt werden.

00:24:16: Also da habe ich einen Gegenentwurf zu dem, was wir in Socials sehen, was wir zum Teil auch im Open-Webs sehen, ob es dann eine Bühne oder ein Filter ist, ist letztendlich nicht eine Frage, glaube ich, des Wumms, der dahinter ist und der Zielsetzung, die damit verbunden sind.

00:24:30: Wenn du für, sagen, für den öffentlichen Raum treffen dürftest.

00:24:38: Was sollte dort sichtbar sein?

00:24:41: Ich würde mir wünschen, dass trotz Zeitverschiebungen alle WM-Spiele der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft live über Digital Out of Home gestreamt werden.

00:24:50: Wow, das ist ein ganz

00:24:52: vielen Dank

00:24:53: für diesen klugen, scharfen und gleichzeitig wohltun, den reflektierten Blick auf das, was uns erwartet.

00:24:58: Wir werden natürlich Ende des Jahres, etwa nächsten Jahres, mal gucken, was davon übrig geblieben ist.

00:25:03: Aber deine Thesen zeigen für mich gerade im öffentlichen Raum, entscheidet sich, ob Marketing relevant bleibt oder einfach nur laut wird.

00:25:09: Ganz herzlichen Dank.

00:25:11: Sehr, sehr gerne.

00:25:12: Macht Spaß.

00:25:13: Danke.

00:25:13: Danke

00:25:14: auch euch an denen, wo immer ihr uns zuhört, Mikrofonen nicht, aber an den Empfehlern, an den Digitalen

00:25:20: oder an der Lohen.

00:25:21: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:25:23: Und übrigens die Thesen von Christian findet ihr auf LinkedIn.

00:25:26: Es lohnt sich wirklich, sie zu lesen.

00:25:28: Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann teilt sie gerne, diskutiert sie weiter, gerne provokant, aber auch gerne freundlich.

00:25:35: Bis zur nächsten Folge und bis dahin, wenig Errauschen und mehr Bedeutung.

Über diesen Podcast

Der OOH-Podcast: alle 14 Tage produziert der Fachverband Aussenwerbung Podcasts mit spannenden Themen rund um die "Out of Home"-Welt. Prof. Dr. Kai-Marcus Thäsler spricht mit Experten über aktuelle Trends und Basics des letzten Massenmediums.

von und mit Fachverband Aussenwerbung e.V.

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